Quer durch den Wald: Zweitageswanderung von Neustadt nach Hinterweidenthal

Diese Zweitageswanderung beginnt im kleinen Städtchen Neustadt an der Weinstraße, wenn man aber erstmal raus ist und im Wald, wird es recht einsam. Anfangs ist die Auswahl der Einkehrmöglichkeiten noch groß, bald aber muss man sich bis an Tagesziel Iggelbach gedulden. Am zweiten Tag erreichen wir mit dem Luitpoldturm einen Höhepunkt, von dort geht es abwärts bis ins Queichtal und endet in Hinterweidenthal.

Erster Tag: Neustadt nach Iggelbach

Wir wandern los am Neustädter Bahnhof (umsteigefrei von Karlsruhe in 45 Minuten im Stundentakt zu erreichen) und halten uns auf dem Bahnhofsplatz links, an der Post vorbei, wieder links und über die Brücke, die uns über die Bahnlinie führt. Markierung ist hier der rote Punkt, der uns zu unserem ersten Etappenziel, dem Hohe-Loog-Haus führt. Den Weg dorthin habe ich schon anderswo beschrieben, deswegen hier in Kürze: wir steigen den „Alten Viehberg“ bergan, oben biegen wir nach rechts in die Waldstraße ein, die uns eben dorthin führt. Im Wald steigen wir in Kehren am Conrad-Freytag-Blick vorbei und immer weiter auf Waldwegen, schmalen Pfaden stetig aufwärts, bis wir auf knapp über 600 m Höhe dann das Hohe-Loog-Haus erreichen. Vom Gipfel aus kann man zwischen den Bäumen Richtung Norden in die Täler schauen, richtig toll finde ich aber den Blick von der Terrasse des Hauses: rüber zur Kalmit und hinab ins Rheintal, bei guter Sicht bis zu den Schwarzwaldhöhen. Hier kann man, ca. 1 Stunde, nachdem man unten losgelaufen ist, die erste schöne Pause machen.

Vom Hohe-Loog-Haus zur Kalmit

Nach der Pause führt uns die Markierung roter Punkt wieder abwärts, am Bildbaum vorbei und zum Waldparkplatz vorbei – hier ist am Wochenende meistens nicht viel mit Einsamkeit. Wir folgen weiter unserer Markierung, überqueren die Kalmitstraße und nehmen den Pfad, der uns auf den Kalmitgipfel führt – der mit 672m gleich deutlich höher als die Hohe Loog ist. Wir sind nun zwar nicht so lange unterwegs gewesen, die letzte Pause liegt vielleicht 30 Minuten zurück, aber wer kann da schon nein sagen? Die Aussicht ist von hier auch nicht schlecht, aber meistens ist hier ebenfalls ordentlich was los.

Felsenmeer

Wir wandern weiter, aber wechseln hier die Markierung. Die nächste Strecke führt uns der weiß-grüne Balken. Zuerst marschieren wir abwärts, dann eben durch das Felsenmeer. Der Pfad führt hier auf dem breiten Berggrat zwischen großen Felsklötzen hindurch. Am Ende des Bergs, an der Hüttenbergschutzhütte. macht der Weg kehrt und führt auf der Rückseite des Berges abwärts. Wir gelangen erneut an einen Wanderparkplatz und überqueren die Totenkopfstraße und laufen an der „römischen Wachstube“ vorbei, immer mit der Markierung weiß-grüner Balken Richtung Totenkopfhütte. Diese erreichen wir nach ca. einer Stunde von der Kalmit aus. Diese gemütliche Hütte liegt im dichten Wald, allerdings direkt an der Totenkopfstraße. Das ist für den heutigen Wandertag die letzte Einkehrmöglichkeit, dabei haben wir erst knapp die Hälfte der Strecke geschafft – also hier noch einmal gemütlich hinsetzen zu Speis und Trank.

Waldeseinsamkeit

Ab hier wenden wir uns der Markierung grün-gelbes Kreuz zu, die uns von der Hütte weg in den Wald führt. Der Pfad neigt sich bergab, wir überqueren erst einen Bach und erneut die Totenkopfstraße, laufen dann auf breitem Waldweg wieder aufwärts. Der Weg führt uns zur Wegkreuzung mit dem Ritterstein „Schuhmacherstiefel„. Hier biegen wir nach rechts ab, laufen an einer Bergflanke entlang und über einen Sattel, so dass der nächste Berg nun zu unserer rechten liegt. Der Weg verliert wieder etwas an Höhe, bis er schließlich als schmaler Pfad vom Forstweg links abzweigt und sich die nächsten Kilometer immer weiter ins Tal senkt. Dabei haben wir immer wieder mal die Gelegenheiten zu Tiefblicken die steile Talwand hinab. Wir gelangen endlich am romantischen Helmbachweiher an, der nur noch etwas über 200 Meter über dem Meer liegt. Am Weiher gibt es ein Kiosk, als ich im Herbst hier vorbeikam, war es allerdings geschlossen.

Wir wandern weiter, erst ca. 100m an der Landstraße entlang, dann auf der rechten Seite der Straße am Cramerfels einen kleinen Pfad mit der Markierung gelb-weißer Balken wieder aufwärts, laufen dann aber eben auf breitem Waldweg, in Kurven jede Bergfalte und jedes Tal nachziehend immer weiter durch den Wald. Gelegentlich hören wir links unter uns die Landstraße nach Iggelbach. Der Weg steigt schließlich noch etwas an und wir gelangen zum nächsten Ritterstein an der Wegkreuzung „Treffnix“. Wir bleiben der Markierung gelb-weißer Balken vorerst treu und folgen ihr bergab, biegen dann aber mit der von unten uns entgegenkommenden Kennzeichnung blau-roter Balken nach links ab und steigen zur Abwechslung wieder aufwärts (wer eine Karte dabei hat: man muss nicht erst abwärts, um dann wieder hoch zu steigen, es gibt eine unmarkierte Abkürzung).

Erstes Ziel der Zweitageswanderung: Iggelbach

Die letzten zwei Kilometer laufen wir nun einen typischen Forstweg, der Buchenwald wird etwas lichter und wir bleiben ziemlich auf einer Höhe, bis wir nach knapp 2 Kilometern leicht ansteigend die ersten Häuser von Iggelbach erreichen, dass auf dem Bergrücken und im Tal darunter liegt. Wir laufen in den Ortskern bergab, ins Iggelbachtal, und hin zu unserer Unterkunft, die wir am Besten vorab telefonisch organisiert haben. Es gibt mindestens zwei Hotels am Ort, ein paar Pensionen meine ich auch gesehen zu haben.

Zweiter Tag: Iggelbach nach Hinterweidenthal

Am nächsten Tag starten wir mit der blau-roten Markierung da, wo wir aufgehört haben und verlassen den Kessel, in dem das Dort liegt, indem wir in südwestlicher Richtung aufwärts wandern. Der Blick zurück zeigt erst noch eine malerische Sicht auf den kleinen Ort. Bald führt der Weg allerdings in den Wald hinein, an der höchsten Stelle biegt unsere Markierung  nach links ab und der schmale Pfad lenkt uns wieder abwärts ins Tal. Wir überqueren die Forststraße und einen Back, um danach gleich wieder bergauf zu wandern. Die Höhenmeter, die wir gestern von der Kalmit herab verloren haben, wollen wir heute – und das nicht nur einmal – auch wieder erklimmen. Von knapp 300 Metern laufen wir stetig aufwärts, bis wir den Bergrücken bei fast 500 Höhenmetern überqueren. Wir bleiben erstmal auf der Höhe und auf einem Forstweg an der Flanke eines Berges. Vorbei an einer Schutzhütte laufen wir nun oberhalb des Wellbachtals, in dem, wie wir vielleicht schon hören können, die Bundesstraße 48 verläuft. Wir lassen uns weiter vom blau-roten Balken führen, der uns wieder gemächlich von der Höhe runter bringt, bis wir am Ende in einem kleinen Taleinschnitt rechts abwärts zum Wellbach kommen. Wir überqueren die Straße, laufen weniger als 100 Meter nach rechts an ihr entlang, um dann den kleinen Bach zu überqueren und zwischen den Häusern eines kleinen Gehöfts hindurch wieder – wie könnte es anders sein – auf einer schattigen Stiege bergauf zu wandern.

Hofstätten: nur ein Weg hinein

Nach einem knappen Kilometer erreichen wir den Ortsrand von Hofstätten, einem kleinen Ort, der ohne Durchgangsverkehr lebt, aber ein paar Gaststätten bietet. Gleich am Dorfeingang rechts liegt hinter der kleinen Kirche das Gasthaus „Müllers Lust„, das ich nur empfehlen kann. Ob Pause oder nicht – wir halten uns weiterhin an den blau-roten Balken und verlassen den Ort durch den Hinterausgang, durch einen Hohlweg, dann über einen schmalen Pfad durch den Wald und immer aufwärts. Bald treten wir wieder aus dem Nadelwald hinaus auf eine Forststraße, die fast einen Kilometer lang schnurgeradeaus führt, dabei zwischenzeitlich in einen schmal Pfad mündet, dann leicht nach Süden abknickt und beinahe eben immer an alten Grenzsteinen entlang bald durch Laubwald geht. Einen ersten Blick auf den Luitpoldturm erhaschen wir hier vielleicht schon, wir überqueren kurz danach die sehr einsame Landstraße am „Holländer Klotz“ (klar, wieder ein Ritterstein) und wenden uns danach zur Abwechslung wieder bergauf auf einem Trampelpfad auf den Weißenberg, an dessen südlichem Ende der Luitpoldturm steht.

Der Luitpoldturm und Hermersbergerhof

Dieser Aussichtsturm bietet uns einen fantastischen Ausblick rundherum ins Land und ist auch hoch genug, die Baumwipfel des Bergs zu überragen. Die Stube unten im Turm bietet sich auch für eine Pause an, wenn ein Dach über dem Kopf nötig sein sollte. Das ist mit etwas über 600 Metern über dem Meer die höchste Stelle für heute. Danach geht es wieder abwärts, wir bleiben bei unserem blau-roten Balken (der uns schlussendlich auch zu unserem Tagesziel führen wird). Keine 20 Minuten nach dem Gipfelerlebnis streifen wir erneut eine Siedlung, den Hermersbergerhof. Die wenigen Häuser die hier stehen bieten immerhin zwei Gaststätten, die zur letzten heutigen Einkehr einladen.

Frisch gestärkt machen wir uns auf die letzte Etappe: die letzten ca. 5 Kilometer der heutigen Strecke laufen wir erst etwas mehr absteigend an der Flanke der Breiten Boll, dann immer weniger, an der Spitzen und der Großen Boll vorbei. Der Weg ist ein breiter Forstweg, mal im dunklen Nadelwald, dann wieder im lichteren Buchenwald, und führt uns über den breiten Rücken des Pfaffenbergs und am Ende auf schmalem Pfad steil bergab ins Zieglertal, ein Seitental der Queich. Auf einem asphaltierten Weg unterqueren wir den Bahndamm und stehen plötzlich an der Bundesstraße B10, mitten in Hinterweidenthal. Die Zivilisation hat uns wieder. Wenn wir jetzt noch Zeit haben, laufen wir Richtung Ortsmitte zum Gasthaus, alternativ gleich nach rechts zum Bahnhof. Die Bahn fährt im Stundentakt nach Landau und mit Umsteigen weiter nach Karlsruhe und braucht ca. 75 Minuten.

Landkarten

 

 

 

1. Etappe:

2. Etappe:

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