Westweg: von Schweigmatt über die Hohe Möhr bis zum Hochkopfhaus

Diese Dreitageswanderung auf dem Westweg führt entgegen der üblichen Wanderrichtung: von Süd nach Nord. Aber so passen die Tagesetappen sehr gut zu An- und Abreisetag und die längste und anstrengste Strecke konnten wir am zweiten Tag zurücklegen.IMG_2926

Diese Wanderung haben wir Ende September durchgeführt, mit trockenem Spätsommerwetter auf den Höhen, während die Täler im Nebel versanken.

Erste Etappe: zum Hochkopfhaus

Losgelaufen sind wir in Fahrnau, das von Basel (SBB oder Badischer Bahnhof) aus auf der Wiesentalbahn erreichbar ist. Von Karlsruhe aus waren wir ca. 2:15 h unterwegs. Wir haben den Anstieg nach Schweigmatt per Pedes erledigt, da uns die Busverbindung zu selten fuhr. Ein Taxi wäre natürlich auch möglich gewesen, aber so haben wir uns den Genuss von ca. 5 km Anstieg gegönnt…

Am Südende des Bahnhofs Fahrnau steht gleich ein Wegweiser, der uns mit der blauen Raute aus dem Ort herausführt. Wir laufen die Kürnberger Straße Richtung Osten, um dann bald nach links abzubiegen in den Krattenweg, wo uns nach nochmal einhundert Metern an der Schillerlinde der Wegweiser den ersten Hinweis Richtung Schweigmatt gibt. Wir bleiben bei der blauen Raute, mit der gelben Raute gibt es eine Alternativstrecke, die aber ein bisschen länger ist.Ab hier laufen wir im Wald weiter und es steigt gleich ganz IMG_2945ordentlich an. Auf geschotterten Forstwegen und vorzüglicher Markierung (Lob an den Schwarzwaldverein!) erarbeiten wir uns die ersten 100 Höhenmeter, bis wir auf dem Bergrücken mit leichtem auf und ab am Waldrand entlang weiterlaufen, an Weidezäunen entlang, mal wieder durch ein Wäldchen bis nach Scheuermatt. Wir überqueren die Landstraße und steigen bald – weiter der blauen Raute folgenden – im Wald erneut recht steil bergan, bis wir überraschend aus dem Wald treten und vor den ersten Häusern des Schweigmatter Ortsteils Blumberg stehen. Wenige hundert Meter weiter stoßen wir auf die Markierung des Westwegs, der uns nun die nächsten beiden Tage nicht mehr verlassen wird (bzw. wir ihn). Nochmal 5 Minuten weitergewandert erreichen wir auf einem Asphaltsträßchen den Berggasthof Waldhaus, der für heute die erste Einkehrmöglichkeit darstellt. Zudem ist das der Etappenendpunkt bzw. für uns der Startpunkt der heutigen Etappe. Der Wanderführer preist die Alpensicht, aber obwohl wir klaren Himmel haben, hüllen sich die Alpen in Wolken.

Aussichtsturm Hohe Möhr

IMG_2927Wir kehren nicht ein, sondern laufen – wie sonst – bergan, weil wir uns eine Gipfelrast auf der Hohen Möhr versprechen. Auf geschottertem Waldweg erreichen wir nach noch einmal schweißtreibenden 150 Höhenmetern diese Bergspitze, deren Aussichtsturm uns dann sogar das erste Mal über 1000 Meter über dem Mehr bringt. Wir genießen die Sicht auf die rundherumliegenden Schwarzwaldgipfel. Die Alpen bleiben in Wolken, aber Richtung Norden können wir schon sehen, wie unser Weg weiterführt und was uns am nächsten Tag erwartet.

Nach der Rast geht es wieder abwärts, diesmal aber auf schmalem Waldpfad in Serpentinen auf Nadelboden. Die Pfifferlinge stecken ihre Köpfe aus der Erde, aber wir bleiben tapfer und lassen sie stehen – Wandern und Pilzepflücken verträgt sich nicht.

Naturfreundehaus Gersbacher Hörnle

IMG_2937Wir erreichen nach dem Abstiegt wieder einen Forstweg und folgen der roten Westwegraute ziemlich ebenen Fußes durch den Mischwald an der Schutzhütte „Rotruhe“ vorbei und gelangen bald aus dem Wald heraus, überqueren die Landstraße und schon geht es wieder bergauf. Wir wechselnen auf einen Pfad, später wieder auf Forststraßen und wechseln zwischen Wald und Waldsaum. Wir überqueren erneut die Landstraße und füllen unsere Trinkflaschen am Brunnen am Eckhag auf. Der Weg führt nun für ca. 2,5 Kilometer einfach geradeaus, allerdings geht es dabei immer auf und ab und wir überschreiten auf einem schönen Pfad am Waldrand erneut die 1000-Meter-über-dem-Mehr-Marke, bis es wieder leicht bergab zum Parkplatz Schwellen geht. Hier winkt etwas abseits vom Weg unsere Einkehr zur Mittagspause: das Naturfreundehaus Gersbacher Hörnle. Wir kommen leider zu einer Zeit, zu der es gerade keine warme Küche gibt (zu Spät zum Mittagessen, zu früh für’s Abendessen), aber lassen uns auch Kaffee und Kuchen schmecken und sitzen eine Zeit in der Septembersonne.

Allensteiner Kreuz

IMG_2946Dann führt uns der Weg zurück zum Wanderparkplatz und der Westweg hat uns wieder. Weiter geht es nun durch wechselnde Waldbestände, durch die Bäume hat man mal einen Blick ins Tal, dann wieder stehen sie dicht. Der Weg steigt nun eine ganze Weile nur leicht an, bis wir Richtung Allensteiner Kreuz wieder etwas Höhe gewinnen. Hier haben wir nun schon die höchste Erhebung des Tages erreicht, wir laufen nun gemütlich durch den Wald weiter auf Forstwegen, auch wenn nach den Steigungen des Tages die Beine langsam müde werden. Natürlich fällt der Weg wieder leicht ab, beim Sankt-Antoni-Pass und der gleichnamigen Kapelle P9280047verlassen wir den Wald wieder und laufen zwischen Viehweiden durch zum kleinen Ort Todtmoos-Lehen, überqueren die Landstraße und steigen wieder an, um dann ein letztes Mal wieder an Höhe zu verlieren: sehr nett zu wandern durch Kuhgatter, unter Tannen entlang, über die Weiden mit Blick ins Tal von Todtmoos. Ganz am Ende der Etappe – wie könnte es anders sein – müssen wir wieder aufwärts: das Tagesziel liegt im Weißenbachsattel. Wir laufen an der Hochkopfhütte vorbei und dem Klettergarten und erreichen schließlich nach dem Schlussanstieg nach 24 Kilometern Tagesleistung das Hochkopfhaus.

Die beiden nächsten Etappen:

 

 

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