Westweg: vom Weißenbachsattel über Blößling und Herzogenhorn bis nach Feldberg-Bärental

IMG_2948Diese Dreitageswanderung auf dem Westweg führt entgegen der üblichen Wanderrichtung: von Süd nach Nord. Aber so passen die Tagesetappen sehr gut zu An- und Abreisetag und die im folgenden beschriebene, längste und anstrengendste Strecke, konnten wir am zweiten Tag zurücklegen.

Wieder auf dem Westweg

P9280047Wir starteten nach sehr nettem Frühstück im Hochkopfhaus, allerdings erst in die falsche Richtung. Denn erst mussten wir noch das obligatorische Foto am Westweg-Portal „Tor zum Wehratal“ machen. Doch dann verließen wir die Passstraße und folgten der roten Raute wieder bergan. Der Weg führte uns die ersten etwas über einhundert Höhenmeter durch den Mischwald, teils auf Forststraßen, teils auf Pfaden. Den Abzweig zum Hochkopfgipfel ließen wir links liegen, da uns im Laufe des Tages sowieso noch einige Gipfel erwarten sollten. Bald erreichten wir den Bergrücken und liefen mit leichtem Auf- und Ab auf einem verwunschenen Pfad durch Heidelbeersträucher und Kiefernwald. Wir erreichen den Ledertschobenstein, an dem sich der Weg gabelt.

Lokales Minimum: Präger Eck

P9280053Wir blieben auf dem Westweg und hatten bald Aussicht Richtung Westen ins Tal. Der Weg führte abwärts, bald waren wir beinahe nur noch so hoch, wie zum Etappenstart am Morgen. Am Präger Eck wechselten wir durch einen Einschnitt zurück auf die Ostflanke des Hohenrückens, an dem wir entlangliefen. An der Präger-Eck-Hütte biegt der Westweg scharf nach Norden ab und gleich geht es steil bergauf. Wir folgten dem geschotterten Weg, bogen dann aber bald nach links in den Wald ab. Und bei gleichbleibender. schweißtreibender Steigung gelangten wir auf einem schönen Pfad durch den Wald bis zum Blößlingsattel. Wir bogen scharf links ab und wanderten auf lichter werdendem weichem Waldweg weniger steil weiter. Bald liefen wir unter freiem Himmel und erreichten den Gipfel des Blößling, nach der Wikipedia, mit 1309m die 14.-höchste Erhebung im Schwarzwald.

Lokales Maximum: der Blößling

P9280078Und nomen est omen – der Gipfel ist Richtung Norden und Osten tatsächlich bloß, Richtung Westen stehen einige abgestorbene Bäume. Neben dem Gipfelkreuz lud uns eine Schutzhütte sowie Tisch und Bänke unter freiem Himmel zur ersten Rast für diesen Tag ein. Der Blick nach Norden zum Feldberg, Seebuck und Herzogenhorn war frei, die Täler allerdings bis oben mit Nebel gefüllt. Eine phänomänale Aussicht! Nur der Gedanke daran, dass der Weg, der uns weiter zum Herzogenhorn führen sollte, auch irgendwo da unten im Nebel liegen musste…

IMG_2951Nach der einsamen Pause führte der Weg nach Nordwesten, kurz noch auf der Höhe, aber bald danach wieder steil absteigend auf einem schmalen Pfad. Bald gelangten wir wieder auf Waldwege, die im Zick-Zack weiter ins Tal führten. Und das nicht zu knapp: mehr als 300 Höhenmeter ging es nach unten. Wir kamen am Hinweis auf lokale Taxiunternehmen vorbei („Bushaltestelle ist außer Betrieb, unten kein Handy-Empfang“, siehe Bild) und gelangten zur Passstraße (Bernau-Wacht), für uns neben unserem Tagesziel heute die niedrigste Stelle der Wanderung.

Von nun an geht’s bergauf: zum Herzogenhorn

P9280084Wir überquerten die Straße und gleich ging es wieder aufwärts. Der Nebel hatte sich gelichtet und die Sonne kam durch das Blätterdach des lichten Laubwalds. Vorbei am Aussichtspunkt Roter Felsen ging es erstmal mit mäßigem Anstieg durch Nadelwald, vorbei an Waldarbeitern, auch mal mit Blick auf Schwarzwaldwiesen. Dann verzweigt sich der Weg wieder und führt in den Wald, und sogleich steigt er auch wieder an. Dieses Stück fand ich persönlich am anstrengendsten – über 400 Höhenmeter auf 4 Kilometer Wegstrecke. Und das letzte Stück ab der Bernauer Skihütte (nicht bewirtschaftet) auf das Herzogenhorn mit freiem Blick nach oben. Ein kleiner Stichweg führt vom Westweg auf den Gipfel: endlich war’s geschafft, die dritthöchste Erhebung des Schwarzwalds war erreicht.

Herzogenhorn und Leistungszentrum

P9280096Wir gönnten uns eine kurze Verschnaufpause, genossen den Blick Richtung Feldberg und Belchen, aber auch zurück zum Blößling. Die Täler, die vor Stunden noch vom Nebel bedeckt waren, lagen nun in leichtem Dunst unter uns. Von den Alpen war an diesem Tag leider kaum etwas zu sehen. Noch 1,5 km wanderten wir weiter, vom heutigen Höhepunkt der Wanderung wieder abwärts bis zum Bundesleistungszentrum für Skilanglauf, in dem sich auch ein Gasthaus befindet. Nach fast zwei Dritteln der Tagesstrecke war das nun die erste Einkehrmöglichkeit, die wir gerne nutzten! Auf der Terrasse saßen wir in der Sonne, schauten zurück auf das Herzogenhern und genossen kalte Getränke und warmes Essen – wir hatten Glück, denn warme Küche gab es nur bis 16 Uhr. Nach ausführlicher Pause – Kaffee und Kuchen mussten schließlich auch noch sein –  ging es weiter auf den Westweg und natürlich schon wieder leicht bergan.

Der Feldbergpass

P9280098Der Weg führt zwischen Nadelbäumen entlang, man erkennt die Spuren, die im Winter Loipen und Abfahrtspisten sind, Skilifte zeugen vom Winterzirkus. Der nahe Feldbergpass schickt uns auch mehr Wanderer und Spaziergänger entgegen, als wir vom Vormittag her gewohnt sind.
Bald führte der Westweg wieder steiler abwärts, wir kamen an der Skihütte des Skiclub Neustadt vorbei, am Berggasthof Auerhahn und der Emmendinger Hütte bis wir schließlich den Feldbergpass und die Bundesstraße erreichten – ganz schöner Trubel hier, nachdem am Nachmittag auch die Sonne wieder zu sehen war. Der Westweg führte uns direkt nach rechts an der Bundesstraße entlang. Die Markierung führt uns bald rechts ab auf einen kleinen Fahrweg zur Menzenschwander Hütte (wir hätten hier noch einige Pausen einlegen können) und daran vorbei auf einen Wirtschaftsweg, der in einigem Abstand unterhalb der Bundesstraße bald wieder in den Wald führt. Nach knapp 15 Minuten erreichten wir das Caritas-Haus, an dem der Westweg die B 317 wieder verlässt.

Zweiseenblick

P9290101Wir wanderten unterhalb des Hochkopfs hoch über dem Menzenschwandertal, in das wir immer wieder tolle Ausblicke hatten. Am Hochkopfhaus führt der Weg wieder tiefer in den Wald, die Wegebschaffenheit – meist Schotter – zeugt auch hier wieder von der Nutzung als Loipe im Winter. Wir stiegen nochmal bergauf, bald ging der breite Waldweg in einen Pfad über und wir erreichten einen kleinen Steg über ein Moor. Kurz danach gewährt der Aussichtspunkt „Zweiseenblick“ nochmal Einblicke ins Tal. Das Wetter war inzwischen aber ziemlich diesig geworden, so dass wir nur den Titisee in der Ferne sahen, den Schluchsee konnten wir nicht entdecken. Und als wir hinter uns zum Feldberggipfel raufschauten, sahen wir auch schon die Gewitterwolken sich auftürmen. Von hier an führte uns der Westweg wieder abwärts und das erste Donnergrollen sorgte dafür, dass unsere Schritte wieder schneller wurden, so spät am Tag.

Auf den nächsten 3,5 Kilometern wanderten wir  350 Höhenmeter ins Tal hinunter. Erst auf breiten Forstwegen durch den Wald, bald über Viehweiden und zuletzt an den ersten Häusern von Feldberg-Bärental vorbei und in Serpentinen auf den Dorfstraßen zum Tagesziel unserer Etappe, dem Hotel Adler. Das Gewitter hat uns zum Glück nicht erreicht und wir kamen trockenen Fußes dort an.

Die beiden anderen Etappen:

 

2 Gedanken zu „Westweg: vom Weißenbachsattel über Blößling und Herzogenhorn bis nach Feldberg-Bärental

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