Neustadt – Kaltenbrunner Tal – Kalmit – Felsenmeer – Maikammer

Am Samstag habe ich mit Freunden eine Wanderung auf die Kalmit unternommen, die trotz des regnerisch angekündigten Wetters sehr gut gelungen ist – sicher  wegen der vielen Hütten und Gasthäuser, aber insbesondere, da das Wetter nicht so schlecht ausfiel, wie befürchtet.

Gestartet sind wir in Neustadt an der Weinstraße (mit dem RE in 44 Minuten von Karlsruhe erreichbar), raus aus dem Bahnhof und nach links über den Busbahnhof, an der Post vorbei und gleich wieder links über die Bahnbrücke. Auf der anderen Seite geht es nach rechts, in die Karolinenstraße. Eigentlich könnte es hier schon Markierungen geben, ich habe aber keine entdeckt und der Weg ist auch eindeutig – einfach der Straße entlang der Bahnlinie folgen, bis wir nach ca. 1,5 Kilometern das Leibnitz-Gymnasium erreichen. Kurz danach zweigen an der Hauberanlage links zwei Straßen ab. Eine Markierungstafel des PWV zeigt uns hier die Richtung.

Wir entschließen uns, den oberen der Wege ins Kaltenbrunner Tal zu nehmen und folgen dem blau-weißen Balken, der uns von hier bis zum Wanderparkplatz Hahnenschritt führen wird. Erst steigt die Straße noch an, bei einsetzendem leichtem Regen freuen wir uns jedoch, dass wir schon bald den Waldsaum erreichen und ab hier beinahe eben und fast trocken weiterlaufen, immer dem Talverlauf folgend. Rechts unter uns sehen wir nach einiger Zeit den Bachlauf und den Wanderweg, den wir alternativ hätten nehmen können. Wir erreichen nach ca. 5km Gesamtstrecke das Gasthaus Kaltenbrunner Hütte gerade, als der Regen etwas stärker wird – also nichts wie rein.

Erste Pause: Kaltenbrunner Hütte

An der Hütte ist der Weiterweg zum Hahnenschritt sowie zur Kalmit mit dem blau-weißen Balken ausgezeichnet. Wir starten den Anstieg auf dem Schotterweg noch in Regenjacken, bald jedoch ist uns einerseits von innen so warm, andererseits tröpfelt es nur noch, so dass wir stehen bleiben und die Jacken wieder verstauen. Etwas mehr als ein Kilometer führt uns der Waldweg stetig steigend ins Tal hinein, am Rastplatz Friedrichsruhe weist die Markierung nach rechts auf einem schmalen Pfad in den Buchenwald hinein. Wir ändern die Richtung und laufen weiter steigend den Bergrücken aufwärts, laufen eine weitere Kehre durch blühenden Fingerhut und Mischwald hindurch.  Wir passieren einen Abzweig zur Sternbergquelle, die, wie wir später lesen, früher der Wasserversorgung der Kalmithütte gedient hat. Wir haben noch 2 km und 160 Höhenmeter vor uns!

Die Umgebung wechselt nun, wir überqueren mehrere Forstwege, wandern aber weiter auf einem Pfad durch den Wald, haben aber jetzt Heidelbeersträucher und Kiefern um uns herum. Nachdem wir die ganze Zeit recht einsam gewandert sind, ist der Wanderparkplatz Hahnenschritt ein Kontrast: viele Autos, Wanderer, Mountain-Biker. Hier treffen einige Wanderwege zusammen, uns führt der rote Punkt über die Kalmitstraße und über kehrenreiche und felsige Waldpfade auf den Gipfel.

Die Kalmit, das höchste im Pfälzerwald

Auch hier lockt eine Hütte des Pfälzerwaldvereins zur Einkehr: das Kalmithaus. Genau zur Kaffeezeit! Wir lassen uns den Kuchen schmecken und bekommen auch leckeren Kaffee dazu. Neben Wanderern und Radfahren (Mountainbike, Rennrad, Downhill etc.) treffen wir hier aber auch Menschen, die mit dem Bus raufgefahren sind. Die Aussicht von der 672m hohen Kalmit in das Rheintal ist trotz des Wetters toll, wenn auch Schwarzwald und Odenwald erst im weiteren Tagesverlauf aus dem Dunst ganz entfernt auftauchen.

Nach der Rast folgen wir ab hier der Markierung weiß-grüner Balken Richtung Felsenmeer. Erst wandern wir in einer größeren Gruppe von Wanderern, die jedoch auf dem Parkplatz schnell im wartenden Bus verschwindet.  Am Parkplatz will uns die Markierung links um die nächste Erhebung herumführen, wir laufen jedoch unmarkiert auf deutlich sichtbarem Pfad zwischen den Sandsteinfelsen durch. Der Weg führt abwärts und dem Bergrücken folgend treffen wir bald wieder auf die Markierung. Auch das Zeichen des Pfälzer Weinsteigs, die rote Welle, begleitet uns, zweigt aber dann kurz bevor wir das Felsenmeer erreichen nach links ab.

Felsenmeer

Wir lassen uns dieses Naturschauspiel jedoch nicht entgehen und folgen dem weiß-grünen Balken auf den Hüttenberg. Der Pfad schlängelt sich zwischen riesigen Sandsteinblöcken hindurch, man muss erst ein bisschen klettern, später läuft man ebenen Weges durch die verwunschene Landschaft. Links bricht die Felsenkante ab ins Tal, nach rechts zieht sich das Gelände auch felsig, aber doch eher sanft nach unten. Am Ende des Hüttenberg-Rückens bei einer Unterstandshütte genießen wir erneut den Ausblick, bevor wir uns der Markierung weißer Punkt anvertrauen, die uns auf schmalem Pfad ins Tal hinab führt. Bald treffen wir auch wieder auf den Weinsteig, der das Felsenmeer unterhalb umgangen hat. Der Weg führt abwärts und trifft an einer Kreuzung auf einen breiten Forstweg. Der weiße Punkt führt rechts den Weg ins Tal hinab (kann man auch nehmen), wir entschließen uns aber dem Pfälzer Weinsteig zu folgen. Der Pfad führt schräg rechts nur leicht absteigend in den Kiefernwald hinein, durch grünes Heidelbeergestrüpp hindurch. Die Wandermarkierung roter Punkt kommt von links und läuft mit uns weiter ins Tal. Unten angekommen überqueren wir die Totenkopfstraße. Hier führen verschiedene Wege ab. Wir laufen ein Stück links die Landstraße entlang, folgen dem Pfälzer Keschdeweg und umgehen auf diese Weise den Weinort St. Martin. Die Markierung führt bald links weg in den Wald, erst eine Kehre aufwärts, dann aber auf gleicher Höhe bleibend, vorbei am Hotel am Weinberg. Das Wetter hat inzwischen aufgeklart und die Sonne kommt raus. Immer wieder haben wir hier Aussichten auf die Weinberge und die Rheinebene. Nach knapp 2 Kilometern auf dem Keschdeweg treffen wir auf einen Querweg, der wieder mit dem weiß-grünen Balken markiert ist. Dem folgen wir nach rechts, entlang am Alsterweilerer Bach. Hier nutzen wir die Gelegenheit und biegen ein zum Schützenhaus Maikammer für eine kleine Pause in der Sonne.

Nach der Pause in der Sonne: nach Maikammer und zum Bahnhof

Die letzte Etappe zum Rückfahrtsbahnhof Maikammer-Kirrweiler begleitet uns die Markierung weiß-grüner Balken. Vom Schützenhaus führt sie am Bach entlang, dann auf einem Wirtschaftsweg auf der Rückseite des Straßendorfs Alsterweiler entlang bis zur Kapelle des Ortes. Ab hier führt der Wanderweg nun für die restlichen zwei Kilometer durch den Ort Maikammer. Hier gibt es noch verschiedene Möglichkeiten zum Einkehren, wir haben uns auf den Marktplatz in den Biergarten des Gasthaus zum Ochsen gesetzt und hatten ein leckeres Abendessen.

Vom Bahnhof Maikammer-Kirrweiler fährt mindestens stündlich die durchgehende Regionalbahn in ca. einer Stunde nach Karlsruhe zurück. Zudem gibt es meist eine weitere Verbindung mit Umstieg in Winden.

Strecke

 

Kartenmaterial

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